Wetterextreme machen Bauern zunehmend Sorgen

Nach einer noch befriedigenden Ernte der Wintergerste erwarten die Bauern in Rheinhessen und der Pfalz eine unterdurchschnittliche Ernte von Weizen und anderen später reifenden Getreidesorten. Die starke Hitze im Juni habe die zunächst positiven Ertragserwartungen «in der Sonne dahinschmelzen lassen», sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, am Dienstag auf einem Hof in Ober-Olm (Kreis Mainz-Bingen). Der Tornado am Freitag in der Pfalz mit Schäden im Bereich von Hunderttausenden Euro im Weinbau zeige deutlich, «dass das Wetter immer problematischer, immer unberechenbarer wird».


Die Situation beim Schnitt von Feldfutter, also der Heuernte, sei angespannt, sagte Hartelt. «Alle Wiesen waren braun.» Die Niederschläge der letzten Woche machten aber wieder Hoffnung. Die Ernte in Sonderkulturen wie Spargel und Erdbeeren sei gut verlaufen, ebenso wie die bisherige Gemüseernte. Bei den Frühkartoffeln sei bereits die Hälfte der Flächen geerntet, dabei zeichne sich ein guter Ertrag ab. Allerdings seien «Obst, Gemüse und Rüben unsere größten Sorgenkinder, was die Preissituation für diese Früchte betrifft», sagte der Verbandspräsident. Hier stünden verschärfte Bestimmungen bei Pflanzenschutzmitteln und ein erschwertes Dünge-Management in einem krassen Gegensatz zur Marktsituation. «Wenn wir hier nicht andere Wege finden, wird das eine ganz dramatische Entwicklung nehmen.»

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